Sorgen

Sorgen Brainstorm – Campusstimme

Wenn ich persönlich über Sorgen brainstorme, fallen mir ziemlich viele Dinge ein. Ich assoziiere damit Angst, Erwartungen, lange wachliegende Nächte, ein Überdenken von Dingen, und auch ein Überlebensmechanismus, der eine wichtige Existenzberechtigung hat. Ich denke an große und kleine Dilemma und an Ihre Subjektivität, weil jede Person andere Sorgen hat und für jemensch die eine Sache riesige Sorgen bereitet, während jemensch anderes total gelassen bleibt, obwohl es sich um die gleiche Situation handelt.
Und dann gibt es noch die Sache, dass Sorgen oft auch berechtigte Ängste sind.
Zum Beispiel, wenn ich mir Sorgen mache, weil meine WG Mitbewohnerin noch spät abends nicht zuhause ist. Dann ist ein Anruf nicht schlecht.

Ich habe mir jahrelang immer ziemlich viele Sorgen gemacht, manchmal gegrübelt, Dinge zerdacht. Jetzt geht es ein bisschen besser. Aber diese gewisse Leichtigkeit geht auch mit vielen Brüchen einher. Und das hört sich jetzt an wie in einem dieser Think-Positive Ratgebern.
Es hat aufjedenfall auch mit Einstellung und Mindset zu tun. Es ist denke ich allerdings ein Mix aus vielem; der eigenen Lebensgeschichte, Erfahrungen, dem eigenen Wissen, dem Charakter.

Die Erwartungshaltung, die du selbst an dich hast ist ja auch bei jeder* m unterschiedlich. Wie groß deine Gewissenhaftigkeit ist, deine Ängstlichkeit, dein Perfektionismus. Charaktereigenschaften, die ja gewissermaßen auch vererbt werden.

Und dann gibt es noch die Frage Wie du sozialisiert wurdest.
In einer Leistungsgesellschaft wie dieser ist der Druck auch immens hoch,
die subtile Erwartungshaltung, die ich spüre, manchmal von Eltern, Freunden, Schule und dem allgemeinen Umfeld (der Gesellschaft?), dass du gut sein sollst und alles richtig machst, du was ordentliches werden sollst, du eine*n Partner*in brauchst, und einen guten Job, selbständig sein sollst und erfolgreich, gut gelaunt, optimistisch, und gelassen, sportlich, dünn, anpassungsfähig, psychisch stabil, dich gesund ernährst, und irgendwann natürlich auch eine Familie gründest und dich im sozialen Gefüge eingliederst. Oft wollen sie nur das Beste für dich, doch nicht immer trifft das einen gemeinsamen Nenner. Und Anecken, oder Aus dem System fallen ist hierbei mindestens unpraktisch. Und dabei gibt es dann auch noch das Thema Fehlerkultur. Ich habe den Eindruck gleichgültig wie groß die Dimension der Situation ist, wie groß das Dilemma ist und wie viel Konsequenzen im allgemeinen möglich sind, ist die Fehlerkultur sehr rot-grün gelebt,
Ob es nun um eine Pizzabestellung geht oder einen Ausbildungsbeginn mit weit reichenderen Konsequenzen. Verständnis, Geduld und Nachsicht ist leider oft auch schnell ausgereizt, besonders bei Fehlern sich selbst gegenüber aber manchmal auch seitens anderer. Der Anspruch ist da, ja keine Fehler zu machen. Nach dem Motto Umwege sind nicht notwendig, wenn es auch direkt richtig geht. Ob das wohl internalisiert ist? Also von anderen Menschen übernommen? Und wer beurteilt eigentlich was Fehler sind? Es liegt ja im Auge der/s Betrachters*in.

Allerdings spricht auch nichts gegen einen graden Weg, jede*r wie sie/er will. Gegen Karriere, einer coolen eigenen Familie und einen coolen Job gibt’s keine Einwände. Und selbst wenn der Job auch nur manchmal cool ist. Auch nicht Gegen den Traum vom 1,0 er Bachelor-Abschluss und nem guten Werkstudierenden-Job. Träume dürfen gelebt werden. Und sollten es auch!

Bei mir ist es so, dass ich noch gar nicht genau weiß was ich will, bei manchem bin ich mir sicherer, bei anderem unsicherer. Viele Träume die ich hatte, waren manchmal gar nicht meine eigenen. Bei dem meisten Dingen bin ich eigentlich noch auf der Suche, und ich glaube das dauert noch ziemlich lange, vielleicht auch nach dem Motto der Weg ist das Ziel.
Und da denke ich braucht es auch viel Zeit für sich, zu reflektieren und sich langsam klar zu werden, wie die aktuelle Lage eigentlich für einen persönlich emotional aussieht.

Und das ist schwierig. In dem ganzen Trubel von Alltagsstress und Prüfungen, Uni, Arbeit, Beziehungen und Freundschaften, bleibt nicht immer Zeit für sich selbst, eine kurze Auszeit wäre bestimmt nicht schlecht. Und Manche wiederum haben gar nicht die Möglichkeit mal kurz abzuschalten. Dann wird in den Semesterferien gearbeitet, die pflegebedürftige Mutter betreut oder die Kinder unterhalten. Existenzen aufrechterhalten oder Schicksalsschläge verarbeitet.

Alles gar nicht so einfach …
aber Step by step, jede*r geht in seinem/ihrem Tempo
Es ist jedenfalls ein breit gefächertes Thema….

Catherine Schumacher

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